Grundlagen und Praxis der Orthomelekularen Therapie

Loseblattsammlung / Seminarordner

Dr. med. Siegfried Dörfler
aktuell ca 180 Seiten - Preis auf Nachfrage

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Leseprobe

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Selen

Funktionen im Körper

Antioxidans:
Radikalschutz für Zellen,  u.a. als Bestandteil des Enzyms Glutathionperoxidase (Reduktion von aktiviertem Sauerstoff). Z.B. Hemmung der Lipidperoxidation

Immunsystem:
Antikörperbildung (insbesondere IgG), gamma-Interferon, Tumor-Nekrose-Faktor (TNF), Aktivierung der Killerzellen (bei sehr hohen Dosierungen eher immunsuppressiv)

Schilddrüsenhormone: Selenmangel kann Hypothyreose begünstigen durch  Aktivierung der Jodthyronin-5-Dejodase

Schwermetalle: u.a. Bindung von Quecksilber und Cadmium        

Bedarf

Ca. 50 bis 200 µg/Tag
durchschnittliche Zufuhr in Deutschland 30 – 80 µg/Tag

 

Symptome bei Selenmangel

Manifeste klinische Erscheinungen

Dilatative Kardiomyopathie:
häufig in Kombination mit anderen Nährstoffmängeln

Keshan-Krankheit
(benannt nach einer chinesischen Provinz): Gelenkdeformierungen und –entzündungen

Zeichen latenter Mangel:

  • Immunschwäche, Muskelschwund
  • Schäden von Leber und Bauchspeicheldrüse
  • Schäden an den Augen (fehlender Oxidationsschutz): grauer Star

 

Ursachen für Selenmangel

Erhöhter Bedarf

  • Schwermetallbelastungen:
    Quecksilber (Amalgam), Cadmium (Zigarettenrauch) u.a.
  • Chronische Erkrankungen: Pankreatitis,
    entzündliche Darmerkrankungen
  • Medikamente: Valproinsäure (Epilepsie)

Verminderte Aufnahme

  • Nahrung: selenarme Böden in Deutschland, aber auch in wichtigen Einfuhrländern von Fleisch (z.B. Neuseeland)
  • Magen-Darm-Erkrankungen

Natürliche Quellen

Salzwasserfische, Fleisch, Eier und Getreide

Empfehlungen zur täglichen Aufnahme in µg

 

Vorbeugung Mangel

Therapeutischer

Dosierungsbereich

 

D.A.CH.
(2000)

USA (1989)

Pauling (1986)

Werbach (1990)

Männer

30 - 70

70

 

200 - 300

Frauen

30 - 70

55

 

200 - 300

Überdosierung / Nebenwirkungen

Bis 2000 µg wurden keine Nebenwirkungen beobachtet

Als „sichere Dosierung“ wird Grenze von 400 µg langfristig bzw. 1000 µg kurzfristig angegeben

Symptome bei Überdosierung: Knoblauchgeruch, Kopfschmerzen, Magen-Darm-Störungen, Haarausfall

Darreichungsform

Anorganisches Natriumselenit wird von Vitamin C zu elementarem Selen reduziert,
das nicht resorbiert wird.

Organische Präparationen als Selenmethionin sind vorzuziehen

 

Anwendungsmöglichkeiten

Herz-Kreislauf-Erkankungen:
Herzinfarktvorbeugung und –nachsorge, Herzmuskelerkrankungen (Keshan Krankheit: dilatative Kardiomyopathie)

Immunsystem: Verbesserung der Antikörperbildung und der Bildung und Aktivierung verschiedener Leukozyten (insbesondere Lymphozyten und Killerzellen)

Krebs: vermehrter oxidativer Stress ist Teil der Tumorentstehung.
Krebsvorbeugung und additive Krebstherapie gelten als gesichert.

Raucher: Cadmiumbelastung und oxidativer Stress
werden durch Selengaben gebessert

Rheumatische Erkrankungen: Gelenksdeformationen (Kashin-Beck-Erkrankung in China) und andere entzündlich rheumatische Erkrankungen profitieren von Selensubstitution

Schwermetallbelastungen: Quecksilber, Cadmium, Blei

Andere Indikationen: Pankreatitis, Lebererkrankungen, entzündliche Darmerkrankungen, Hämodialyse-Behandlung, zystische Fibrose (Mucoviscidose), Katarakt

Selen und Tumorentstehung

Enge Beziehung zwischen Selengehalt des Bodens und Krebssterblichkeit in der betreffenden Gegend

Studie: Senkung der Krebssterblichkeit um 50% durch Selengaben
(Krämer: Akt. Ernähr.-Med. 21,103 / 1996)

Hemmender Einfluss auf die Krebsentstehung nachgewiesen bei: Haut-, Lungen-, Dickdarm- und Prostatakrebs.

Nebenwirkungen von Chemotherapeutika werden vermindert

Selen und Herz-Kreislauf-Erkankungen

Enge Korrelation zwischen täglicher Selenaufnahme bzw.
den Selenspiegeln im Blut und der Sterblichkeitsrate
an Herz-Kreislauf-Erkankungen

Ursache: Hemmung der Lipidperoxidation und Thrombozytenaggregationshemmung in hoher Dosierung

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